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1. EINFÜHRUNG
Vielen Dank für das Vertrauen, das Sie uns mit dem Kauf des
DDX3216 entgegengebracht haben.
Das BEHRINGER DDX3216 ist ein enorm leistungsfähiges,
komplett ausgestattetes digitales Mischpult in 24-Bit-Technologie.
Trotz seiner kompakten Größe bietet das Pult in der Grund-
ausstattung bereits 16 vollwertige Eingänge, vier Aux Sends, vier
Effekt Sends, 16 Busse, vier integrierte Effektprozessoren und
umfangreiche Routing-Möglichkeiten. Durch die optional erhältlichen
Zusatzmodule (AES/EBU, ADAT
®
und TDIF) sind Sie in der Lage,
Ihr DDX3216 um 32 digitale Ein- und 32 digitale Ausgänge zu
erweitern. Dies erlaubt den Anschluss von vier digitalen 8-Spur-
Recordern bzw. 24-Spur-Harddisk-Recording-Systemen. Die
zwölf ultra-rauscharmen Mikrofonvorverstärker samt 24-Bit
CRYSTAL
®
-A/D-Wandler können über zusätzliche 8-Kanal-A/D-
Wandler auf ADAT
®
- oder TDIF-Basis erweitert werden. Dadurch
ist sichergestellt, dass Ihr DDX3216 selbst in großen Live-
Anwendungen genügend Anschlüsse bereitstellt. Darüber hinaus
ist das DDX3216 mit dynamischen und statischen Automations-
funktionen (“Snapshot”) ausgestattet, die eine Aufzeichung
sämtlicher Parameterveränderungen möglich machen.
Das DDX3216 besitzt zahlreiche, ergonomisch angeordnete
Bedienungselemente, über die jeweils intuitiv auf mehrere
Funktionen zugegriffen werden kann. So bietet das Pult z. B. 17
Fader, die die Pegel von insgesamt 32 Eingangskanälen, 16 Master-
Bussen, vier Aux Sends und vier internen Effekt Sends sowie
acht Effekt Returns von den integrierten Effektprozessoren
kontrollieren. Die als Channel Controller bezeichneten Drehregler
in jedem Kanalzug sind sogar noch flexibler: Sie sind grundsätzlich
demselben Kanal zugeordnet wie der entsprechende Fader,
steuern aber jeweils einen von neun verschiedenen Kanal-
parametern: die Panoramaposition oder den Ausspielpegel für
einen der vier Aux Sends bzw. vier Effekt Sends. Das im Kontrast
stufenlos einstellbare Display gewährt Ihnen eine optimale
Übersicht über verschiedene Funktionen wie z. B. EQ, Dynamics,
Routing, Delay, usw. Die sechs als Master Controller bezeichneten
Regler unterhalb des Displays kontrollieren die jeweils
dargestellten Parameter.
Um Ihnen bei der Bedienung des DDX3216 ein Maximum an
Flexibilität sowie ein schnelles und effektives Arbeiten zu
ermöglichen, haben wir die Bedienoberfläche ähnlich der eines
analogen Mischpults gestaltet und bewusst auf eine intuitive
Bedienung geachtet. Die Fader der Firma ALPS
®
sind motorisiert,
d. h. sie nehmen automatisch die richtige Position ein. Die Channel
Controller sind mit einem LED-Kranz versehen, der ihre jeweilige
Position anzeigt. Die Schalter oberhalb der Fader sind
grundsätzlich demselben Kanal zugewiesen wie die Fader selbst.
Mit diesen Schaltern haben Sie direkten Zugriff auf die Funktionen
Solo, Mute und Select. Zusätzlich besitzt jeder Kanal noch einen
eigenen Schalter für die Mischpultautomation. Selbst wenn also
das Display für andere Kontrollfunktionen benutzt wird, lassen
sich bis zu sechs Parameter gleichzeitig mit Drehreglern bzw.
Master Controllern steuern. Sie werden feststellen, dass sich
diese Benutzerschnittstelle sogar schneller bedienen lässt als
ein großes Studiomischpult mit Hunderten von Reglern!
+ Die folgende Anleitung soll Sie zuerst mit den
verwendeten Spezialbegriffen vertraut machen,
damit Sie das Gerät in allen Funktionen kennen
lernen. Nachdem Sie die Anleitung sorgfältig
gelesen haben, bewahren Sie diese bitte auf, um
bei Bedarf immer wieder nachlesen zu können.
1.1 Digital vs. analog
Lange Zeit war das Mischen von Audiosignalen den analogen
Mischpulten vorbehalten. Digitale Mischpulte waren nicht nur
äußerst teuer und damit unerschwinglich für den ambitionierten
Amateur oder den freischaffenden Besitzer eines Projektstudios,
sondern auch aufgrund ihres als kühl empfundenen Klangs
verpönt. Seit sich in den letzten Jahren die digitale Technik sehr
schnell im Bereich der Effektprozessoren verbreitet hat und somit
auch erschwinglicher wurde, wurde auch das Konzept der
digitalen Mischpulte neu überdacht. Durch die Integration der
neu gewonnenen Erkenntnisse auf dem Gebiet der digitalen
Signalbearbeitung konnte man die Qualität von digitalen
Mischpulten soweit steigern, dass selbst der Stand der analogen
Vertreter in der Mischpultwelt zunehmend schwieriger wurde.
Doch welche Vorteile bietet ein digitales Mischpultkonzept?
1. Flexibilität in der Signalbearbeitung und im Routing. Da sich
der Großteil der Signalbearbeitung auf Software-Ebene
abspielt, sind der Phantasie (fast) keine Grenzen gesetzt.
Ein analoges Pult ist an die ihm zugrundeliegende Hardware
gebunden. Änderungen und Updates sind nachträglich in
der Regel nicht möglich. Bei digitalen Mischpulten besteht
die Möglichkeit, die Funktionalität durch Software-Updates
zu erweitern.
2. Das Mischergebnis wird “berechenbar”. Anders als bei
analogen Pulten, wo eine geschickte Kombination von
analogen Bauteilen für die Realisation bestimmter klanglicher
Ergebnisse sorgt, wird das Ergebnis bei der digitalen
Signalbearbeitung berechenbar, d. h. die Bearbeitung des
Audiosignals erfolgt über Algorithmen (Rechenvorschriften),
denen mathematische Gleichungen und Formeln zugrunde
liegen. Dies eröffnet den Entwicklern dieser Algorithmen
ungeahnte Möglichkeiten im Sounddesign, die weit über
die Fähigkeit analoger Schaltungen und Geräte hinaus
gehen.
3. Kein Rauschen aufgrund der Signalbearbeitung. Da sich
nach der AD-Wandlung (Analog-Digital-Wandlung) die
komplette Signalbearbeitung nur noch auf mathematischer
Ebene abspielt, wird dem Signal kein weiteres Rauschen
hinzugefügt. Schwachstellen eines Digitalpults können also
nur die Vorverstärker und die AD-/DA-Wandler sein. Ein
verrauschtes Signal am Eingang wird natürlich auch mit
seinem Rauschen verrechnet, “saubere” Signale erschei-
nen jedoch auch “sauber” am Ausgang. Analoge Pulte
hingegen haben stets mit dem Grundrauschen der analogen
Bauteile zu kämpfen. Hier ist es unausweichlich, dass dem
Audiosignal im Pult ein gewisser Rauschanteil hinzugefügt
wird.
4. Da alle Parameter und Bedienungsschritte als Werte vor-
liegen, können diese auf einfachste Weise gespeichert
und auch automatisiert werden. Dies ist bei analogen Pulten
nur mit immensem und teurem Aufwand möglich.
Ein Schwachpunkt vieler digitaler Mischpulte stellt das
Bedienkonzept dar. Oftmals muss das gesamte Mischpult mit
wenigen Bedienungselementen in allen seinen Funktionen bedient
werden. Das dies nicht so sein muss, werden Sie im Laufe
dieser Bedienungsanleitung noch sehen und erleben. Das
DDX3216 besitzt ein intuitives Bedienkonzept mit der Möglichkeit,
jeden Parameter des Pults schnell zu erreichen und über eigens
dafür vorgesehene Controller zu verändern. Lassen Sie sich
überzeugen!
1.2 Konzept
1.2.1 Architektur
Das DDX3216 ist in der Basisversion mit 16 (+ 2) analogen
Eingängen und zehn analogen Ausgängen ausgestattet. Durch
seine Erweiterbarkeit kann Ihr DDX3216 bis zu 32 Eingänge und
32 Ausgänge (16 gleichzeitig) verwalten. Jede Erweiterungs-
karte enthält 8 bzw. 16 digitale Ein- und Ausgänge, die in der
Regel für die Anbindung von digitalen Mehrspur-Recordern bzw.
Harddisk-Recordern, Samplern, MIDI-Tonerzeugern, externen
Digitaleffekten oder zusätzlichen A/D- bzw. D/A-Wandlern
eingesetzt werden. Die Erweiterungskarten sind für die digitalen
Standardformate AES/EBU (8 I/O), ADAT
®
(16 I/O) und TDIF
(16 I/O) erhältlich.
Die Analoganschluss-Sektion des DDX3216 besteht aus zwölf
Mikrofon-/Line-Eingängen. Die Eingänge 13 bis 16 sind
ausschließlich für Signale mit Line-Pegel ausgelegt. Ein analoger
2-Track-Eingang zum Anschluss eines 2-Spur-Master-Recorders
1. EINFÜHRUNG
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